Morbus Parkinson

 

Parkinson ist eine der häufigsten Erkrankungen des zentralen Nervensystems. In der Schweiz leben schätzungsweise 15'000 Betroffene. Die Häufigkeit von Parkinson steigt im Alter. Männer sind häufiger betroffen als Frauen. Die meisten Betroffenen erkranken erst nach dem 50. Lebensjahr. Bei Morbus Parkinson sterben aus bisher unbekannten Gründen dopamin-produzierende Nervenzellen vor allem im Mittelhirn (z.B. Substantia nigra) ab.

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Der resultierende Dopaminmangel führt zu verschiedenen Störungen der Motorik. Diese können durch die möglichst sparsame Behandlung mit dem Medikament L- Dopa, der Vorläufersubstanz von Dopamin, gut behandelt werden.

Schon früh im Krankheitsverlauf sterben auch in anderen Regionen des Gehirns Nervenzellen ab. Dies führt zu einer Reihe von Symptomen (z.B. vegetative Störungen, Schmerzen, Schlafstörungen, psychische Symptome), die mit fortschreitender Krankheitsdauer für die Betroffenen immer belastender werden. Für diese Symptome sind die Behandlungsmöglichkeiten eingeschränkt.

 

Typische Symptome bei Morbus Parkinson

Die Symptomatik der Parkinsonkrankheit ist sehr individuell. Zudem schreitet die Erkrankung nicht bei allen gleich schnell voran. Daher hat jede betroffene Person ihren «eigenen» Parkinson mit individuell ausgeprägter Symptomatik.

 

Unbeweglichkeit (Bradykinese, Akinese)

• Flüssige Bewegungsabläufe fallen zunehmend schwerer, etwa beim Schreiben, bei handwerklichen Tätigkeiten oder beim Spielen eines Musikinstrumentes.

 

Steifheit (Rigor)

• Der Spannungszustand der Muskulatur ist ständig erhöht, vor allem an den Gliedmassen, die daher zittern oder eingeschränkt beweglich sind.

 

Zittern in Ruhe (Ruhetremor)

• Das Ruhezittern, das bei rund zwei Dritteln der Betroffenen auftritt, ist anfangs in der Regel einseitig ausgeprägt. Die Arme sind meist stärker betroffen als die Beine. Bei gezielten Bewegungen verschwindet das Zittern.

 

Haltungsinstabilität (posturale Instabilität)

• Der aufrechte Gang und das Gleichgewicht des Menschen werden durch ein komplexes Regulationssystem sichergestellt, bei dem die automatisch ablaufenden Halte- und Stellreflexe eine zentrale Rolle spielen. Da die Automatismen bei Parkinson gestört sind, fällt es Betroffenen immer schwerer, die aufrechte Haltung beizubehalten. Eine gefährliche Folge sind Stürze.


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Diagnosestellung von Morbus Parkinson

Morbus Parkinson wird ausschliesslich anhand der klinischen Symptome diagnostiziert. Die Diagnose wird in drei unterschiedliche Kategorien eingeteilt und stützt sich auf einige Einschluss- und Ausschlusskriterien:


1. Vorhandensein typischer neurologischer Symptome: Bradykinese, einhergehend mit einem Ruhetremor oder einem Rigor oder einer posturalen Instabilität.


2. Auftreten atypischer neurologischer Symptome und Ausschluss sekundärer Gründe für das Parkinsonsyndrom, z. B. Schädeltraumata oder Einnahme gewisser Medikamente.


3. Auftreten charakteristischer klinischer Symptome mit starkem Verdacht auf Morbus Parkinson, wie einseitiges Zittern im Ruhezustand, sehr gute Reaktion auf Levodopa sowie das Entwickeln von Dyskinesien (Überbewegungen).


Mögliche prämotorische Symptome

• Verminderter Geruchssinn
• Verstopfung und/ oder vermehrter Harndrang
• Schlafstörungen (der REM-Phase: Betroffene leben Träume aus, schlagen im Schlaf um sich oder schreien)
• Tagesschläfrigkeit
• Depressionen
• Schmerzen
• Blutdruckabfall im Stehen
• Muskelkrämpfe (im Nacken- und Schulterbereich)


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Behandlung von Morbus Parkinson

In der Behandlung von Morbus Parkinson steht die medikamentöse Therapie im Vordergrund. In der Schweiz ist das Medikament Levodopa, eine Vorstufe des Botenstoffes Dopamin, seit 1973 zugelassen. Inzwischen ist die Medizin mit gut einem Dutzend unterschiedlicher Wirkstoffe, die in mehr als zwanzig verschiedenen Formen auf dem Markt erhältlich sind, für die Parkinsontherapie gut gewappnet.


In den vergangenen Jahren haben sich auch chirurgische Methoden etabliert (Tiefe Hirnstimulation THS). Dieser «Hirnschrittmacher» ist aber nicht bei allen Parkinsonbetroffenen geeignet.


Alternative Therapien haben an Stellenwert gewonnen. Die Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN) empfiehlt in ihren Parkinson-Leitlinien:


• Physiotherapie
• Ergotherapie
• Logopädie


Diese alternativen Massnahmen eignen sich für alle Betroffenen. Die Schwerpunkte der Physiotherapie liegen auf Gangtraining, Gleichgewichtsübungen, Kraft- und Dehnungsübungen sowie Sturzprävention. Die Therapeuten können auf klinisch geprüfte Techniken zugreifen und ein den Bedürfnissen der betroffenen Person angepasstes Programm auswählen, um deren Beweglichkeit zu erhalten.
Eine Mehrheit der Parkinsonbetroffenen entwickelt eine Sprechstörung. Diese kann mit einer logopädischen Sprechtherapie behandelt werden. Auch bei Schluckstörungen empfiehlt die DGN die Logopädie.
Menschen, die in ihrer Handlungsfähigkeit eingeschränkt oder von Einschränkung bedroht sind, soll laut DGN-Empfehlung eine Ergotherapie angeboten werden.

 

 

Magazin PARKINSON

Das viermal jährlich erscheinende Magazin PARKINSON informiert über die Veranstaltungen und Aktivitäten von Parkinson Schweiz. Im Magazin sind die neuesten Erkenntnisse zu Diagnose, Therapie und Pflege sowie Forschung und Alltag zu finden. Überdies gibt es Tipps zu Hilfsmitteln und Büchern, eine Veranstaltungs-Agenda sowie eine Sprechstunde mit einem Neurologen.

 

 

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